• Silberschmiedekunst

    Die falsche Ananas

    Gefäße aus Silber kommen in den unterschiedlichsten Formen daher. Besonders aufwändig sind oftmals die Pokale gestaltet. Sie tragen beschreibende Namen wie Akeleipokal, Apfelpokal, Doppelscheuer oder Buckelpokal. Und auf eine Sonderform des Buckelpokals werde ich hier detaillierter eingehen. In der Literatur, in den Beschreibungen für Auktionskataloge und sogar Museumsdatenbanken findet sich oft der Begriff „Ananaspokal“. Er bezieht sich auf eine Deckelpokalform mit zumeist eiförmiger Kuppa mit gebuckelter Oberfläche, bei dem sich die zackigen Ränder passgenau aufeinander fügen (Abb. 1). Der Deckel wird von einer Pflanze bekrönt und auch der Schaft erinnert meist an Baumstämme oder Stängel (Abb. 2) oder ist figürlich ausgestaltet. Diese Pokalform gibt es schon seit dem ausgehenden 16.…

  • Porzellan

    „Bavaria“-Porzellane

    Bei vielen Porzellanstücken, die man heutzutage auf westdeutschen Flohmärkten findet, trägt die Herstellermarke den Zusatz „Bavaria“. Wie kommt‘s? Im 19. Jahrhundert lagen die produktivsten Zentren der deutschen Porzellanherstellung in Thüringen, Schlesien, Oberfranken und der Oberpfalz. Durch die Teilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg hatte der Westteil keinen Zugang mehr zu thüringischem Porzellan. Die thüringischen Firmen wurden meist früher oder später in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt. Die Produktionsstätten in Bayern hatten kaum Kriegsschäden erlitten, qualifiziertes Personal auch für den Ausbau der Produktion war genügend vorhanden, allerdings war die Roh- und Brennstoffversorgung beeinträchtigt. Viel Kaolin und Kohle waren aus der Tschecholowakei bezogen worden. Anfangs wurden die noch vorhandenen Vorräte aufgebraucht, danach sorgte…

  • Glaskunst

    Emailmalerei auf Glas

    Email – auch Emaille – ist an sich eine Sonderform des Glases. Im Gegensatz zu dem Glas von Gefäßen ist es aufgrund seiner Zusammensetzung bereits bei etwa 800 Grad schmelzbar und entsprechend empfindlich. Kaltemail ist noch eine Spezialform des Email, nämlich besonders flüssiges, durch Metalloxide gefärbtes Glas. Diese Farben wurden zunächst „kalt“ aufgetragen. Anschließend wird das Trägermaterial erhitzt, um die Dekoration einzubrennen. Diese Technik ermöglichte schon im 15. Jahrhundert die Dekoration der damals dünnwandigen, fragilen Gläser (Abb. 1). Italien bzw. Venedig war Vorreiter, die Länder nördlich der Alpen folgten. Die Malerei ist oft dick aufgetragen und hebt sich reliefartig vom Untergrund ab (Abb. 2). Sobald es möglich war, festere, dickwandigere…

  • Allgemein

    Ein Blog?!

    Nachdem ich nun seit August 2019 regelmäßig Beiträge aus Instagram poste, wurde es Zeit für einen eigenen Blog. Was Euch hier erwartet: Bunt bebilderte Blogbeiträge zu den unterschiedlichsten Themen im Bereich Antiquitäten und Kunst.